Forschungsprojekte „Point de Vue“ und „Point de Vue 2“

Das 2015 implementierte Labor „Eye-Tracking Collective.landscape architecture“ (ETC.la) der Hochschule Osnabrück wurde und wird in zwei Forschungsprojekten durch die Sievert Stiftung gefördert.

Von Mai 2016 bis Mai 2017 untersuchte das Projekt "Point de Vue – Analyse der Blicklenkung und des Nutzungsverhaltens in Wandelgärten unterschiedlicher Gartenepochen und -stile mit mobilem Eye-Tracking" die visuelle Wahrnehmung von Parkanlagen verschiedener Gartenepochen und -kulturen und erforschte die Diskrepanz von Blicken auf planerische bzw. faktische „points de vue“ mit der individuellen Bewegung im Untersuchungsraum.

Nach erfolgreichem Abschluss des ersten Forschungsprojektes sollen nun in einem Folgeprojekt tiefere Einblicke in die Empfindungen und Gemütszustände von Probanden während des Besuchs von Gärten und Parkanlagen gewonnen werden. "Point de Vue 2 – Anwendungsmöglichkeiten von mobilem EEG in der Landschaftsarchitektur" bedient sich hierzu der Elektroenzephalografie (EEG), die elektrische Aktivitäten von Neuronen im Gehirn aufzeichnet. Das Projekt läuft von Mai bis Dezember 2018.

Bei beiden Projekten handelt es sich um Grundlagenforschung, bei der neueste Technik in Form von Eye-Tracking-Brillen und EEG-Headsets eingesetzt wird, mit der sich Probanden erstmals weitgehend unbeeinflusst durch die Parkanlagen bewegen können. Die Feldstudien werden in natürlichen und unveränderten Umgebungen durchgeführt, um in Verbindung mit einem entsprechenden Untersuchungsdesign eine höchst mögliche ökologische Validität zu gewährleisten. Pulsmessung, GPS-Tracking und anschließende Befragungen liefern weitere Daten für die spätere Analyse.

Die Tests mit den Probanden werden im barocken Großen Garten der Herrenhäuser Gärten in Hannover und im weltberühmten englischen Landschaftsgarten Stourhead (GB), die sowohl von internationalem touristischen als auch regionalem kulturellen und identitätsstiftenden Interesse sind, durchgeführt.

Antragsteller: Prof. Dipl.-Ing. Dirk Junker, Hochschule Osnabrück

Weitere Informationen:
Pressemitteilung von August 2016
NOZ-Artikel vom 5. August 2016